Sinnsuche ja, aber die Kasse muss stimmen
Lange Zeit hieß es, die nach 1995 Geborenen würden nur für die Selbstverwirklichung arbeiten und Geld sei ihnen zweitrangig. Das stellt sich immer mehr als Mythos heraus. In Zeiten von steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten ist die Gen Z erstaunlich pragmatisch geworden.
Eine gute Bezahlung ist für sie kein „Bonus“, sondern die Basis. Aber – und hier liegt der Mühlviertel-Vorteil – sie suchen diesen Verdienst nicht mehr zwingend in den fernen Bürotürmen der Großstädte. Eine aktuelle Analyse zeigt nämlich, dass die Top-Verdiener unter den jungen Fachkräften (unter 25 Jahren) oft gar nicht im Büro sitzen. Es sind die Servicetechniker, die Bautechniker und die Spezialisten in der Instandhaltung, die finanziell am besten aussteigen. Und genau diese Jobs haben wir hier im Mühlviertel zuhauf.
Der „Technik-Bonus“ im Granitland
Unsere Region ist ein Kraftzentrum für Maschinenbau, Elektrotechnik und innovatives Handwerk. Während in Wien vielleicht über das „Boreout“ im Büro diskutiert wird, bietet das Mühlviertel genau das, was die Gen Z laut Studien schätzt:
Greifbare Ergebnisse: Man sieht am Abend, was man geschafft hat (Sinnhaftigkeit).
Hohe Einstiegsgehälter: Technische Berufe in der Region zahlen oft besser als Einstiegsjobs im Dienstleistungssektor der Stadt.
Sicherheit: Ein gelernter Techniker oder Handwerker im Mühlviertel muss sich um seine Zukunft keine Sorgen machen.
Das Ende der „Dienst-nach-Vorschrift“-Mentalität
Ein weiterer Punkt, der bei uns oft für Reibung sorgt, ist die strikte Trennung von Arbeit und Privatleben. Für die ältere Generation war es oft Ehrensache, bei Bedarf noch zwei Stunden dranzuhängen – unbezahlt oder „weil man es halt macht“.
Die Gen Z sieht das anders. Sie ist bereit, Vollgas zu geben, erwartet aber im Gegenzug absolute Flexibilität. Das Schlagwort lautet hier: Arbeitszeit-Souveränität.
Homeoffice im Sägewerk?
Natürlich kann ein Zimmerer nicht im Homeoffice arbeiten. Aber Flexibilität bedeutet im Mühlviertel oft etwas anderes:
Können wir die Kernarbeitszeit so legen, dass der Mitarbeiter auch im Winter bei Tageslicht sein Hobby ausüben kann?
Gibt es die Möglichkeit für ein Sabbatical oder eine kurzfristige Auszeit, wenn die mentale Gesundheit es erfordert?
Wird die 4-Tage-Woche angeboten, damit der „dritte Tag“ für das Ehrenamt oder die Familie frei bleibt?
Regionale Betriebe, die hier mutige Wege gehen, berichten oft von einer Loyalität, die man mit Geld allein nicht kaufen kann.
Kommunikation auf Augenhöhe: Weniger „Is oafoch so“, mehr „Warum“
Ein großer Unterschied zwischen den Generationen im Mühlviertel liegt im Kommunikationsstil. Während man früher eine Anweisung einfach ausführte, will die heutige Jugend das „Warum“ verstehen. Sie wollen wissen, welchen Beitrag ihr Handeln zum Gesamterfolg des Unternehmens oder – noch wichtiger – zum Schutz der Umwelt und der Gesellschaft leistet.
Hier können unsere lokalen Betriebe punkten. Ein Familienbetrieb in Gallneukirchen oder ein Bauunternehmen in Rohrbach kann viel authentischer vermitteln, warum ihre Arbeit für die Region wichtig ist, als ein anonymer Weltkonzern. Storytelling ist hier das Zauberwort: Erzählt den jungen Leuten nicht nur, was sie tun sollen, sondern für wen sie es tun – für den Nachbarn, für die lokale Infrastruktur, für eine lebenswerte Heimat.
Die Gen Z ist keine „Generation der Arbeitsverweigerer“. Sie ist eine Generation der Sinn-Maximierer. Sie fordern viel, aber sie bringen auch enorm viel mit: digitale Kompetenz, den Mut, Dinge zu hinterfragen, und den Wunsch, die Welt (und das Mühlviertel) ein Stück besser zu machen.
Wenn es uns gelingt, die traditionelle Mühlviertler Handschlagqualität mit der Flexibilität und Sinnsuche der Jungen zu verbinden, dann wird unsere Region auch in Zukunft der Ort sein, an dem man nicht nur gut lebt, sondern auch verdammt gern arbeitet.
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